Apr
23
2009
2

bald auf dem index?

“Zweitverwertung” klingt ein wenig billig. Fakt ist: der Artikel wurde bei someabout.net geschrieben, ist aber auch für hier bestimmt gewesen. Damit ich nicht nur Musikvideos mit zweifelhaftem Copyright einstelle und überhaupt mal wieder was Neues passiert.

Ich will hier keine Panik verbreiten. Aber: Der folgende Artikel wird ein wenig länger und ist technisch nicht ganz ohne. Ich hoffe, ihr könnt mir folgen (und ich meinen Gedankegängen auch, hab derzeit erst 13 Tabs offen zur Recherche). Wenn ihr mir folgen könnt und unsere Frau Von der Leine Ernst macht, dann könntet ihr demnächst statt eurer Lieblingsstartseite someabout.net eine Seite wie diese sehen. Wenn ihr someabout.net wiedersehen wollt, wisst ihr aber auch, wie ihr da hin da kommt ;-)

Letzten Freitag haben fünf der großen Internetanbieter in Deutschland (Telekom, Vodafone/Arcor, Alice/Hansenet, O2, AOL) einen Vertrag unterzeichnet, mit dem sie sich dazu verpflichten, vor Seiten ein Stoppschild zu setzen, die auf einer vom BKA geführten, geheimen Liste stehen werden. Laut Familienministerin (die ja eigentlich auch noch für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig ist, auch wenn man das nicht merkt) Zensursula Von der Leyen sollen auf diese Liste nur Seiten mit kinderpornografischen Inhalten. Als Vorbild führt sie die Sperrlisten aus Skandinavien an (die so geheim sind, dass schon die Verlinkung auf eine Seite, die einen Link zu Wikileaks setzt, wo die Sperrlisten aufgetaucht sind, ausreichend ist, damit ihr eine Hausdurchsuchung am Hals haben könnt), die aber nur zu einem verschwindend kleinen Bruchteil wirklich kinderpornografische Inhalte enthält, dafür aber um so mehr (Schwulen-) Pornos auflistet - und die Seite einer niederländischen Spedition.

Das Verfahren, mit dem zensiert werden soll, ist zudem das technisch schlechteste: Wenn ihr - und da bleiben wir mal beim Beispiel “some about”, man kann ja nie wissen, welche Inhalte bald ausreichend sein werden, um auf dem Index zu landen - www.someabout.net in die Adresszeile eures Browser eintippt, wird eure Anfrage von eurem Rechner zu einem Server eures Internetanbieters geleitet. Dort gibt es dann eine Liste, ob die Seite zulässig ist, oder nicht; wenn die Seite nicht auf dem Index ist, findet ihr ganz normal die Seite, die ihr sehen wollt, wenn sie auf dem Index ist, erscheint stattdessen eine Seite mit einem Stoppschild. Dabei muss man aber eines erwähnen: www.someabout.net könntet ihr auch anders erreichen, wenn auf dem Server nicht noch mehr Seiten bereitgestellt würden, unter 195.47.247.174. Wenn ihr die IP-Adresse (ihr habt auch eine, schaut mal bei www.dogma-pillenknick.de vorbei und lest, was oben rechts unter “meine daten” steht), die sowas wie euer Fingerabdruck im Internet ist in die Adresszeile eures Browsers eingebt, kommt aber eben nicht www.someabout.net heraus. Wenn Phillip sich für ein kleines Vermögen einen ganzen Server gekauft hätte, dann hätte das geklappt.

DNS-Abfrage, © Hank van Helvete, CC-BY-SA-2.5

DNS-Abfrage, © Hank van Helvete, CC-BY-SA-2.5

Kleiner Exkurs: Wie das mit den Domain Name Servern funzt. Ihr schickt von eurem lokalen Rechner die Anfrage “www.someabout.net” ab, die wird an den Name Server geschickt, der die entsprechenden Übersetzungstabellen URL <-> IP-Adressen hat, also von www.someabout.net nach 195.47.247.174, der Parent Nameserver sagt dann, “195.47.247.174 und www.someabout.net? Kenn ich, da musst du da hin gehen!” zum Domain Name Server, der sich dann an den Child Nameserver wendet, von dem auf dem umgekehrten Weg ohne Umweg über den Parent Nameserver die Daten - Texte, Bilder und Videos an euren Browser geschickt werden, damit ihr des alles sehen könnt.

Nehmen wir also weiterhin an, www.someabout.net würde nach dem Vertrag, den die Internet Service Provider (also die großen Unternehmen, die Internetverträge anbieten) unterzeichnet haben, blockiert, dann müsstet ihr einfach den Domain-Name-Server wechseln. Anleitungen gibt es dazu zuhauf, die kürzeste dauert 27 Sekunden und ist für Windows gedacht. Zensurfreie DNS-Server findet ihr bei F!XMBR. Ergo: die Sperren, die in den Verträgen vorgesehen sind, taugen nichts. Aber dafür hat der Gesetzentwurf, der kurz darauf von der Regierung abgesegnet wurde, die Lösung: Laut dem Gesetzentwurf dürfen auch weitergehende technische Sperren eingesetzt werden.

Dass etwas gegen Kinderpornografie getan werden muss, steht außer Frage. Was aber fraglich ist, ist die Art und Weise des Vorgehens. Es reicht eben nicht, die Augen vor den Verbrechen zu verschließen und zu sagen “Mehr können wir nicht tun.”, denn es könnte viel mehr getan werden, auch schon bei der bestehenden Gesetzeslage. Der Verein CareChild hat es bewiesen: Mit einer Mail an den Hoster einer Seite und dem Hinweis darauf, dass eine von ihm gehostete Seite kinderpornografisches Material enthält, lassen sich in kürzester Zeit die Seiten vom Netz entfernen. Das Schlimme an den Lügen der Frau Zensursula von der Lying, die die meisten Medien scheinbar ungeprüft nachplappern - wer nicht ihrer Meinung ist, ist mindestens Bedenkenträger, denn um sachliche Argumente ging es ihr in der Debatte nie, hielt sich doch ein Gutachten, welches der wissenschaftliche Dienst des Bundestages über Internetsperren abgab, für “unterirdisch”, weil es ihnen eine geringe Wirksamkeit nachwies - ist die Untätigkeit der Behörden. Mehrere Personen haben die aufgetauchten Listen, die angeblich nur Kinderpornografie sein soll, überprüft: Ein Großteil der Seiten steht in Ländern, in denen man die Seiten problemlos per Hinweis an den Hoster sperren lassen könnte - und ein Großteil der Seiten, die auf Monate alten Sperrlisten aufgetaucht sind, lassen sich noch heute abrufen. Und nur ein Bruchteil der Seiten enthält, wie oben bereits erwähnt, kinderpornografisches Material.

Merke: Kinderpornografie ist nur der Aufhänger; die Musik- und Filmindustrie steht schon den Startlöchern. Aber das war der islamistische Terrorismus auch schon, als die Vorratsdatenspeicherung eingeführt wurde ebenso wie Straftaten von LKW-Fahrern dazu instrumentalisiert wurden, damit doch die Mautdaten entgegen allen Beteuerungen bei der Einführung des Systems doch für die Strafverfolgung genutzt werden dürften. Länder wie Belgien, die Schweiz, Dänemark und die skandinavischen Staaten zeigen es: Auch wenn es ursprünglich nur um Kinderpornografie ging, wurden letztlich doch noch ganz andere Seiten gesperrt. Die gesperrten Seiten hingegen blieben im Netz - in Sekundenschnelle wieder erreichbar.

Sucht jetzt ja nicht nach solchen Seiten, testet auch nicht die Listen, die bei Wikileaks gefunden wurden - aber wenn ihr zufällig auf eine Seite stolpern solltet (was den wenigsten Surfen passiert, dann speichert ja nichts ab - STRAFBAR! - sondern wendet euch an die entsprechende Polizeistelle eures Bundeslandes. Die Adressen gibt es bei CareChild.

Wir sind uns hoffentlich einig: Kinderpornografie muss strafrechtlich verfolgt werden, der Kindesmissbrauch muss gänzlich ausgerottet werden - aber ein Stoppschild vor Seiten, von denen nur das BKA weiß, was wirklich auf ihnen ist, wird uns keinen Schritt weiterbringen im Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie!

Zum - recht abrupten - Abschluss ein kleiner Lesebefehl und jede Menge weiterführende Lektüre: In dem hier zu findenden Artikel könnt ihr live erleben, wie die Kritiker der Von der Leyen’schen Pläne ziemlich unsachlich abgekanzelt werden, um nicht zu sagen “diffamiert”. Als ich heute morgen die Zeitung las - ja, das Käseblatt gibt’s nur bei uns im Westen - hätt’ ich doch fast Kaffee gespuckt (mittlerweile hab ich auch kommentiert, ich konnte nicht anders).

Mehr zum Thema:

Genug der Links - von den Seiten (und ich kann jede nur empfehlen) kommt ihr zu noch viel mehr Lektüre. Wohl bekomm’s!

Apr
10
2009
3

es wird keine zensur ausgeübt

Es ist fast beschlossene Sache. Unsere herzallerliebste Familienministerin Ursula Von der Leyen hat sich durchgesetzt: wenn alles gut geht (wobei das Gutgehen meiner Meinung nach der größte anzunehmende Unfall wäre, der kein Unfall sondern Fahrlässigkeit ist), werden nächsten Freitag die Telekom, Arcor/Vodafone, Hansenet/Alice, O2 (bei denen ich leider bin) und Kabel Deutschland Verträge unterzeichnen, mit denen sie sich verpflichten, gewisse Seiten zu sperren. freenet und 1&1 warten lediglich darauf, dass sie keine Klagen zu befürchten haben.

Offiziell sollen dies Seiten sein, die im Ausland gehostet werden und laut BKA Kinderpornografie anbieten. Diverse bekannt gewordene Sperrlistenn (zum Beispiel aus Dänemark und Australien) zeigen, das die Mehrheit der dort gesperrten Seiten nur zu einem geringen Prozentsatz wirklich kinderpornografische Inhalte haben. Viel öfter finden sich Seiten mit Homo- und Heteropornos (wem’s gefällt, ist aber nicht strafbar) und noch manch andere Kuriositäten (auf die dänische Liste hat es eine eine niederländische Spedition geschafft, die keine Kinderpornos durch Europa fährt).

Exkurs: Dass ich nicht auf die Seiten verlinke, auf denen ihr Links zu den Listen bekommt, liegt an folgendem Umstand (und da werde ich auch nicht drauf verlinken, jedenfalls nicht, bevor ich hier nicht alles auf meinem Klapprechnerchen verschlüsselt habe): jemand, der auf das Schutzalter-Blog verlinkt hat, welches auf Wikileaks verlinkt hatte, wo die dänische Sperrliste aufgetaucht war, bekam Besuch von der Polizei. Die hat dieser Person die Bude auf den Kopf gestellt (genannt Hausdurchsuchung), ebenso wurde die Wohnung Theodor Reppes, dem Inhaber der Domain “wikileaks.de”, welche auf “wikileaks.org” verlinkt, durchsucht, in beiden Fällen mit der Begründung des Verdachts auf Verbreitung von Kinderpornografie bzw. des Anschauens des Materials.

Laut dem Landgericht Karlsruhe sei “jeder einzelne Link (…) kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind” - weswegen also ein Link auf eine Seite mit einem Link auf eine Seite mit einem Link auf eine Seite mit einem Link (diese Aufzählung könnte man theoretisch unendlich wiederholen) ausreichend sei, um eine Hausdurchsuchung durchzuführen - vor allem, wenn man bewusst auf eine Seite wie Wikileaks verlinke.

Aber genug des Irrsinns der Richter, die keine Ahnung vom Internet haben.

Über die “Kinderpornoindustrie” hat Rechtsanwalt Udo Vetter bereits alles gesagt.

Lassen wir die Frage, ob und wie effektiv Netzsperren sind, mal außen vor. Ich kann mich nur wiederholen: Ist das die Gesellschaft, in der wir leben wollen, in der wir die Augen vor Kriminalität einfach verschließen, anstatt aktiv gegen sie vorzugehen - zumal Seitensperrungen nicht nur gegen offensichtlich kriminelle Inhalte genutzt werden (können), sondern auch gegen missliebige Meinungsäußerungen?  Der Verein CareChild hat ziemlich einfach bewiesen, dass Seiten mit kinderpornografischem Material ohne großen Aufwand aus dem Netz genommen werden können - per Mail an die Hoster der Seiten.

Wer weiß schon, welcher Vorwand ausreicht, damit mein Blog auf dem Index landet? Wenn man mal übersieht, wie irrelevant mein Blog ist, dann möchte ich nicht, dass man mir irgendwann sagt, wenn ich eine Seite aufrufen will “Stop! Hier ist ein verbotener Inhalt!”. Wenn da tatsächlich verbotener Inhalt ist, kann ich die Seitenbetreiber immer noch anzeigen - wenn nicht, und man hat mir die Seite vorenthalten, dann frage ich mich doch, wer vor dieser Seite Angst hat.

Und das macht mir Angst.

Apr
08
2009
1

#projekt52 - 13. auf dem kopf

auf dem kopf

auf dem kopf

Beinahe hätte ich eine Perücke fotografiert - konnte mich aber beherrschen und sah schon meine Felle schwimmen … es hätte wie mit dem Monster unterm Bett enden können. Rein zufällig kam mir dann ein Foto von Raoul Fuhr bei jugendfotos.de (© raoul fuhr, jugendfotos.de, CC-BY-NC) unter die Finger, Untertitel “es sollte mal ein album cover werden”. Gesagt, getan - auch wenn ich es mir zugegebenermaßen sehr leicht gemacht habe … jetzt muss ich nur noch die Lieder dazu schreiben und aufnehmen …

Written by pillenknick in: pro-fanum, projekt52 | Schlagworte: , , , ,
Apr
05
2009
0

Musik für lau und legal

Dieser Text wurde recycled. Ich habe ihn ursprünglich für some about geschrieben, ein sehr nettes Blog, für das ich neulich vom Phillip (dem Master of Desaster und “Createur de someabout”) rekrutiert wurde.

Ich denke mal, ihr kennt das Dilemma: Ihr habt im Radio ein Lied gehört und wollt es unbedingt haben, aber nicht unbedingt deswegen eine ganze CD dafür kaufen müssen. … Diesem Dilemma bin ich ganz leicht entkommen: ich höre kaum noch Radio, und wenn, dann eher Sender, bei denen ich mir fast sicher sein kann, dass es beim Großteil der Stücke schon fast unmöglich ist, die in einem Laden zu bekommen. Das ist der … ich will nicht sagen “Vorteil” … davon, wenn man - why ever - mit Alter Musik (und damit meine ich jetzt nicht Buddy Holly, Chuck Berry und vielleicht noch die Comedian Harmonists, sondern die großen und kleinen Meister der Renaissance und des Barock, also Dufay, Desprez, Monteverdi, Vivaldi und Konsorten) sozialisiert wurde. Entweder bekommste den Kram nicht, nachgeschmissen oder er kostet ein Vermögen. In dem Fall gönnt man sich dann aber auch mal das. Ist ja zum Glück in der Menge nicht so viel.

Nee, worauf ich hinaus wollte: Es gibt jede Menge Musik, die kostet nix. Die kann ich gratis runterladen - und darf sie auch noch verbreiten, also alles das, was man eh tut, nur eben nicht so sonderlich legal. … Während es da auf der einen Seite den Open Music Contest gibt, der ganz speziell mit dem Ziel geschaffen wurde, sehr bunte und gute Sampler in einem Bandwettbewerb zu erstellen, die jeder - Creative Commons sei Dank - verbreiten darf, wie er lustig ist, sofern nur die Urheber genannt werden, gibt es auf der anderen Seite das grandiose Jamendo.

Jamendo ist eine Plattform, auf der Musik ihre Musik unter einer Creative Commons Lizenz einstellen können, so dass jeder die Sachen sich anhören und nichtkommerziell nutzen und weiterverbreiten darf. Okay, die großen Namen und Stars bekommt ihr da nicht und meinen heißgeliebten Claudio Monteverdi hab ich da auch noch nicht gefunden - aber dafür eine unglaub breite und sehr oft auch richtig gut gemachte Spannbreite an Musik von HipHop bis Deathmetal und noch weiter. Ich sag’s mal so: Jamendo hat Schuld daran, dass ich HipHop nicht mehr kategorisch ablehne, geht ja auch ohne dicken Benz und nackte Frauen.

Ich hab euch ma ne kleine Playlist (alles auch für mich Neuentdeckungen, auch bzw. obwohl ich da schon ein paar Favoriten hab) zusammengestellt, um euch einen kleinen Einblick in das riesige Angebot zu geben … da sind so manche Schätzchen zu entdecken. Viel Späßchen.

Apr
05
2009
0

#projekt52 - 12. kinderperspektive (+ TUTORIAL)

Spielzeug
Spielzeug

Irgendwas aus Froschperspektive oder Spielzeug - das waren meine ersten Gedanken bei dem Thema. Der nächste Gedanke war dann “Dat kannze nich machen, wie öde.”, wohl auch, weil mir zu den beiden ersten Gedanken nix einfiel. Dann stieß ich durch Zufall - fragt mich bloß nicht, wie! - mal wieder auf einen Link, hinter dem sich Tilt-Shift-Fotos verbargen und BÄM hatte ich eine Idee von einer Idee, was ich machen wollte (ich wollte eh lernen, wie das funktioniert).

Erste Hürde: Schön, dass das so eine simple Photoshop-Anleitung ist, ich hab aber GIMP. Nu, weiter gesucht, Problem gelöst.
Fullstop, PROBLEM! Irgendwie sieht das nicht so geil aus, wie auf den Bildern, die ich da gesehen hab. Zeit für (Selbst-) Kritik: alles mit viel zu extremen Kontrasten und obendrein in zu flachem Winkel.
Stellt sich nun nur noch die Frage, wo ich so spontan geeignete Bilder herbekomme. Ich hab mich in die Bahn gesetzt und bin eine Woche durch das Land gekurvt - aber irgendwie gefiel mir nicht so sehr, dass es einen Griff ins Archiv hätte verhindern können. Dumm gelaufen, aber nu, nichts war so, wie ich es gerne gehabt hätte.

Wie das so mit dem hätte, wenn und könnte ist, hab ich mich eben ans Archiv gesetzt und mir alle Bilder durchgesehen, welche denn möglicherweise geeignet sein könnten - und auch was gefunden, mit dem ich nicht ganz unzufrieden bin und will euch eine kleine Anleitung für GIMP auf Deutsch geben, wie ihr das selber machen könnt … und nebenbei (wo ich grad so dran am Frickeln und Üben war) und ein Album nur mit Tilt-Shift-Bildern hochgeladen.

  1. Sucht euch ein schönes Bild (Vogelperspektive, aber nicht zu steil, scheint mir geeignet, von nicht zu nah) und öffnet es mit GIMP. Öffnet außerdem alle Docks (Fenster -> Kürzlich geschlossene Docks …).
  2. Dupliziert die Ebene (Ebene -> Ebene duplizieren) und macht die Hintergrund-Kopie unsichtbar, indem ihr auf das ihr zugehörige Auge klickt.
  3. Rechtsklickt auf die Hintergrundkopie und fügt eine Ebenenmaske hinzu (Ebenenmaske hinzufügen …). Die Voreinstellung im folgenden Dialog sind in Ordnung, klickt auf “Hinzufügen”.
  4. Zeichnet einen bilinearen Farbverlauf auf die Stelle, die später scharf bleiben soll (Werkzeugkasten-Dock -> Farbverlauf -> Form: Bi-linear). Mit ein wenig Übung trefft ihr auch den Bereich, den ihr meint, mit der grau karierten Maske.
  5. Wendet die Maske an (Ebenendock -> Rechtsklick auf die Hintergrund-Kopie -> Ebenenmaske anwenden).
  6. Macht jetzt einen Großteil des Bildes unscharf (Filter -> Weichzeichnen -> Gaußscher Weichzeichner …). Stellt den Radius der Unschärfe auf 35, das hat sich für mich als guter Wert erwiesen, aber probiert ruhig rum, wie es euch am besten gefällt. Das dauert bei meinem Samsung-Netbook je nach Bild bis zu 20 Sekunden - kann also eigentlich nur schneller gehen bei euch ^^
  7. Macht die andere Ebene wieder sichtbar (klickt dorthin, wo vorher das Auge war) und fügt sie dann zusammen (Rechtsklick auf die Hintergrund-Kopie -> Nach unten vereinen), ihr seht dann das Bild, in dem nur noch euer Fokus scharf ist.
  8. Jetzt geht es an die Farben. Macht zuerst das Bild ein wenig heller (Farben -> Kurven …). Haltet die dunkle Linie gedrückt und zieht sie so, dass sie einen Bogen über der hellen Gerade beschreibt).
  9. Als nächstes werden die Farben ein wenig aufgehübscht (Farben -> Farbton/Sättigung …). Erhöht die Helligkeit und vor allem die Sättigung, so dass die Farben “leuchten”).
  10. Zuletzt drehen wir am Kontrast (Farben -> Helligkeit/Kontrast …). Hier ist eure letzte Gelegenheit an der Helligkeit zu drehen - ansonsten erhöht den Kontrast so, dass die Farben noch kräftiger sind, aber es noch viele Farbabstufungen gibt. Hier unten seht ihr noch eine andere Version des Bildes, bei dem ich es mit dem Kontrast übertrieben habe.

    Skatepark

    Skatepark

Written by pillenknick in: pro-fanum, projekt52 | Schlagworte: , , , , , ,

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