Jul
21
2009

Ihr lernt es nicht! #zensursula #derwesten

Ein Kommentar zu einem recht schlechten Artikel bei DerWesten, der es so nicht in die Printausgabe schaffen sollte. Ich will ihn einfach mal hier so veröffentlichen und noch ein paar Links anhängen.

Vorab @ #14.
Das Netz war noch nie ein rechtsfreier Raum, im Gegenteil - wenn im “realen” Leben so kontrolliert würde wir im Netz, dann säßen so manche Musiklehrer schon wegen ihrer Notenkopien im Knast. … “Holt euch doch eure Kinderpornos sonstwo.” - Genau das hat doch die Studie beabsichtigt und die ganze von den Medien vertretene Auffassung (bis auf wenige Ausnahmen): Wer nicht für das Gesetz ist, will Kindesmissbrauch.

Aber jetzt zum Artikel, der wirklich schlecht ist!
Dafür, dass diese Umfrage erst am Dienstag präsentiert wurde, ist sie schon ziemlich lange öffentlich bekannt (und dort zu lesen), netzpolitik.org schrieb schon am 17. Juni über diese Studie, die andere schon kritisch geprüft haben, was hier scheinbar unnötig war.
Interessant sind nämlich bei dieser Umfrage folgende Punkte:
a) Die Stopp-Schild-Regelungen der Regierung werden in den Fragestellungen alternativlos dargestellt, Gegnerschaft impliziert Befürwortung von Kindesmissbrauch. Das ist, als fragte man, ob eine Straftat verfolgt werden soll oder nicht. Da wird auch kaum jemand dagegen sein.  Erst wenn nach der Art der Verfolgung gefragt würde, käme man zu einer differnzierten Betrachtung.
b) Die Diskrepanz zwischen der Zustimmung zu den Plänen und dem Glauben an die Wirksamkeit. Aus diesen beiden Werten könnte man schließen, dass die Leute Symbolpolitik wollen.
c) Die Definition eines starken Internetnutzers ist weltfremd: Allensbach definiert selbst als stark “Personen, die das Internet wenigstens einmal täglich nutzen”, nachzulesen in der oben verlinkten Datei aus dem Bundesfamilienministerium. Von derzeit etwa 46 Millionen Internetnutzern nutzen etwa 29 Millionen dies mindestens täglich - wer die Mehrheit der Internetnutzer als “starke” Nutzer definiert, wird naturgemäß keine starken Abweichungen zu einer minimal kleineren Minderheit geben, da es keine homogenen Gruppen sind.

Zusammengefasst: eine Studie, die alles daran setzte, der Familienministerin nach dem Mund zu reden - wurde ja auch von ihr in Auftrag gegeben.

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