Nov
30
2009
2

Milchstraßengeschichten, perspektivisch.

unter der nächtenen Kathedrale
tanzt
das knochige Frauenzimmer mit dem Mädchen
Tango.
Median, freudenlos, starrt trübe
in den Tee, sieht Nachtmahrsfetzen
wabern, wo der ferne
Buttermond süßt.
Frau Sehnsucht greift
milde lächelnd seine
Hand, er schlürft und schlurft,
ein Xylophon
schlägt klappernd Takt und Melodie.

Aurora kommt
in ihrem zwitschernden Kleid und
sieht Frau Sehnsucht
plaudern, Paleiko erzählend
von neuen Traumesreisen.

Stein um Bein erwarte ich
vergebens den nächsten Schlag,
wie wohl mir ist,

Written by pillenknick in: [ˈlyːrɪk], fanum | Schlagworte: , , , , , ,
Nov
29
2009
0

Mal wieder ein Stöckchen

Der “Ausdruck”, dieses grandiose Heft aus Blogbeiträgen. Aber das wär’s eigentlich.

× Was verschenkt ihr zu Weihnachten?
Nette Sachen, kleinere Kleinigkeiten und weniger kleine Großigkeiten. Jedes Mensch bekommt jedenfalls das, was es verdient und ihm ein Lächeln auf’s Gesicht zaubert. Hoffentlich.

× Wichtelt ihr zu Weihnachten? Wenn ja, wo und wie?
Ja, da und so. Am tollen Blogwichteln der Chikatze nehme ich dieses Jahr allerdings nicht teil.

× Wie viel gebt ihr ca. für Weihnachtsgeschenke aus?
Zu viel. Ach, nee … es ist gut angelegtes - wer redet eigentlich bei Weihnachten über’s Geld? Darum geht es doch gar nicht!

× Gibt es einen Tipp was ihr immer zu Weihnachten verschenken würdet, weil es gut ankommt?
Nö. Ich weiß nur, was nicht so gut ankommt: Socken und Duschgel oder Parfum. Welch pöhsen Anspielungen …

Da es nun beim Hobbitstöckchen noch ein zweites dazu gab, mach’ ich das mal nichts, denn etwas in der Form hab’ ich erst die Tage bei Facebook gemacht und da war es nicht ganz so kettenbriefartig.
Wo bleiben eigentlich die innovaten Stöckchen?

Und wer jetzt nicht weiß, wie ich drauf bin, der muss mich wohl kennenlernen.

Written by pillenknick in: [gəˈlaːbɐ], pro-fanum | Schlagworte: , , ,
Nov
25
2009
2

Nahahahaiiiin, …

… ich bin nicht twittersüchtig. Ich kann noch ohne. Aber nicht ohne diese tollen Wandkalender vom Druckerei Blog bzw. www.druckerei.de - und: Ja, ich weiß, dass das Werbung ist und dass ich das Druckerei Blog ohne twitter nie entdeckt hätte und dass ich jetzt drei von diesen tollen Wandkalendern bekomme.

Insofern issat doch nich ganz uneigennützig, oder? Das Druckerei Blog bekommt einen Trackback mehr und vielleicht ein, zwei Klicks, ich bekomme drei - in Worten: DREI - Wandkalender - von denen ich vielleicht zwei verschenken werde an diejenigen, die mir die schönste Begründung liefern, warum sie den bekommen sollten (aber dazu gibt es noch einen gesonderten Beitrag) - und zudem haben wir hiermit eine Premiere, da dies, wenn ich mich recht entsinne, der erste Beitrag ist, den ich verfasse, um etwas zu bekommen. Auf twitter geht das ja einfacher und schneller und so, …

In diesem Sinne sarrich ma: genug geworben, jetzt gibt’s Kaffee. Danach bin ich vielleicht dann doch süchtig.

Nov
16
2009
1

1546

sprossenbewohntes Bett
gleitet unter meinen Füßen fort
von frisch verpflanztem Herzgrund.
Kirschkuss bleibt daheim und
ich mit ihm und wir beiden
fahren auch gen Fort.
Frau Sehnsucht sitzt im Glaswachshaus,
sieht wie die Welt dazwischen wächst
erfreut an ihrem Werk
und doch voll Reue,
denn sie tat, was sie muss.
Nicht, weil sie will.
Ihr Tee aus Buttermondens Saft,
schon bald ist er versalzen.

Written by pillenknick in: [ˈlyːrɪk], fanum | Schlagworte: , , , , ,
Nov
15
2009
0

1813 - unterwegs/die graue Frau

Rauschendes, rollerndes, pockriges Wummern dröhnt bis in die Winkel und füllt den bogenüberdachten offenen Raum namens Bahnhof, als ich über abgenutzte, gummibeklebte Stufen den Zug gen Dann erklimme.
Einstige Luft schlägt mir entgegen, voll nachgehangener, zurückgebliebener Gedanken, eine schwere, schwüle und verbrauchte Luft, schon berührt und durchwirbelt von neuen alten Gedanken, Reisegedanken, Erinnerungen an das Gerade-noch, Hoffnungen auf das Bald-schon, voller Ach-schade, Und-gleich und Hmm. Ich rieche die  Einsamkeit im Getümmel, spüre, wie jeder seinen Pfaden nachhängt, sie alle vereint in der Schicksalsgemeinschaft der Bahnfahrer, ausgeliefert dem Bahngott und seinem sarkastisch-satyrischen Humor.
Ein letzter freier Sitzplatz, als hätte er nur auf mich gewartet, lasse ich mein Reisegepäck fallen als die Türen sich schließen und die rollfähige Blechdose den Bahnhof verlässt. Warum heißt es eigentlich “Reisegepäck”, ist es doch nur ein bruchteil aller Utensilien, die man bei sich führt, die man wirklich während der Reise benötigt, während es doch mitunter fünfundneunzig Prozent des Gepäcks sind, welche einem das Reisen mit der Bahn - und die unvermeidlichen Umstiege - zur Qual werden lassen? Wer braucht schon zehn Paar Socken und einen Rasierapparat für sechs Stunden im Zug,  wer wechselt binnen dreihundertsechzig Minuten - davon fünfundsiebzig an irgendwelchen zugigen Bahnsteigen oder Perrons, wie es viel schöner klingt -  fünfmal das Oberteil und wäscht sich die Haare mit einer vollen Flasche Shampoo bis sie leer ist?
Warum, the fuck, muss das ganze Theater also Reisegepäck heißen. Wäre “Ballaststoffe” - denn überwiegend ist es ja Stoff oder Stoff vorgaukelndes Material - nicht viel treffender?
Aber gut, sei es wie es ist, wurde der Ballast doch gepackt - in den Rucksack, auf die Gepäckablage, liegt drohend über den am Fenster sitzenden Pendlern, die unüberlegt darauf vertrauen, dass ebenjene Metallgitterstreben die Erinnerung an eine gute Woche tragen können.

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