Dez
20
2009

Danke für das Altpapier!

Hach, das macht ja so einen Spaß. Neulich schrieb Frau der städtischen Musikschule eine kurze Mail, weil meinereiner - lacht nicht, sonst singe ich! - Gesangsunterricht nehmen will.

Sehr geehrte Frau Begrüßungsfloskel,

sehr gerne nähme ich Gesangsunterricht, aber leider fehlen mir die nötigen Informationen, inweifern dies an der Musikschule möglich ist und zu welchen Konditionen. Da es mir aufgrund meiner Arbeitszeiten leider nicht möglich ist [und da schrieb ich noch "leider", ich glaube, nach dem folgenden Dilemma bin ich ganz froh darüber; Dogma] in der Musikschule anzurufen, bitte ich Sie darum, mir die nötigen Informationen per Mail mitzuteilen.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,
Dogma Pillenknick

Am nachfolgenden Tag bekam ich keine Antwort. Am darauffolgenden Tag auch nicht. Am Tag danach lag dann ein riesiger Brief von der Musikschule im Briefkasten. Kaum oben in meiner Wohn- und Schlafküche angekommen öffnete ich den Brief und fand - nichts. Kein Anschreiben. Was die wohl von mir wollen? Ich kippe den Brief aus und jede Menge Krams fällt mir entgegen, aber seht selbst.

Papierkram
Foto: dogma_85p - Flickr | CC-BY

En detail war dies der Kram:

  • Musikschulmagazin musix, Ausgabe 1, September 2007
  • Musikschulmagazin musix, Ausgabe 2, Juni 2008
  • Anmeldeformular
  • Zettel “Unterrichtsangebote der musikalischen Grundstufe” mit Angeboten für Kinder bis zu sieben Jahre
  • Flyer “Für die Kleinsten” (die ich ja am liebste habe, wenn sie außen schön knusprig und gut gewürzt sind)
  • Flyer “Entgeltordnung”
  • ein Zettel mit Namen, Telefonnummern, Mailadressen der Fachbereichsleiter und einigen weiteren Raum- und sonstigen Nummern
  • und ein Flyer für eine Theateraufführung am 8. November 2009
  • .

In Anbetracht dieser schönen Auslage kam ich nicht umhin, den Damen und Herren der Musikschule einen netten Brief (wie du mir, so ich dir!) zu schreiben, den ich euch nicht vorenthalten will.

Betr.: Rücksendung ihrer Unterlagen

Sehr geehrter Damen und Herren,

am 15. Dezember 2009 schrieb ich Frau Begrüßungsfloskel, deren Mailadresse auf der städtischen Internetseite als Ansprechpartnerin im Sekretariat der Musikschule aufgeführt wurde, eine Mail, in der ich darum bat, Informationen bezüglich der Möglichkeit Gesangsunterricht zu nehmen zu erhalten. Weiters bat ich darum, eine Antwort per E-Mail zu erhalten, da es mir aufgrund meiner Arbeitszeiten nicht möglich sei, in der Musikschule anzurufen. Als ich am 17. Dezember einen Brief der Musikschule erhielt, war ich somit sehr überrascht.

Zunächst fragte ich mich, warum ich einen Brief erhielte. Das nicht vorhandene Anschreiben gab darüber erwartungsgemäß keine Auskunft. Als mir das schlecht kopierte Anmeldeformular mit dem Versatz nach rechts ins Auge fiel, zog ich den Schluss, dass dies Ihre Antwort auf meine Mail sein musste. Leider gaben mir weder Ausgabe 1 noch Ausgabe 2 des Musikschulmagazin musix augenscheinlich Auskunft über meine gewünschten Informationen, noch wollte ich zwei Magazine lesen, die ich aufgrund ihres Erscheinungsdatums eher im Musikschularchiv vermutet hätte. Ebensowenig Informationen fanden sich im Papier über „Unterrichtsangebote der musikalischen Grundstufe“.

Hatte mich im Nachhinein zunächst erstaunt, dass Sie aus meiner Mailadresse bzw. meinem Namen genügend Rückschlüsse ziehen konnten, dass Sie meine Adresse für den Postversand fanden, finde ich es nun umso befremdlicher, dass Ihnen dann nicht möglich war, auch aufgrund meines Alters eine Vorauswahl der Materialien des Infopakets zu treffen.
Mangels eigener Kind hätte ich das Faltblatt „Für die Kleinsten“ und das vorig genannte Schreiben unmittelbar entsorgen können und selbst wenn mich die Aufführung des Theaterstückes „Von dem Flötchen, das zaubern kann“ interessiert hätte, für welche ein Handzettel warb, hätte ich nur erfahren, dass ich die Vorführung verpasst hätte, da sie am 8. November stattgefunden hatte.
Nach einigem Suchen fand ich schließlich in der Gebührenordnung aktuelle Preise und auf einem Zettel Kontaktdaten des Ansprechpartners für Gesangsunterricht; diese Daten habe ich mir notiert um Herrn Mehring anzuschreiben. Diese Auskunft hätten Sie mit einer dreizeiligen Mail ebenso umfassend geben können und nebenbei unnötige Ausgaben durch eine adäquate Reaktion vermieden.

Hiermit übersende ich Ihnen Ihre mir gesandten Unterlagen zur sinnvollen Wiederverwertung, Archivierung oder fachgerechten Entsorgung und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Dogma Pillenknick

Mal sehen, was jetzt kommt.

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