Nov
30
2009
2

Milchstraßengeschichten, perspektivisch.

unter der nächtenen Kathedrale
tanzt
das knochige Frauenzimmer mit dem Mädchen
Tango.
Median, freudenlos, starrt trübe
in den Tee, sieht Nachtmahrsfetzen
wabern, wo der ferne
Buttermond süßt.
Frau Sehnsucht greift
milde lächelnd seine
Hand, er schlürft und schlurft,
ein Xylophon
schlägt klappernd Takt und Melodie.

Aurora kommt
in ihrem zwitschernden Kleid und
sieht Frau Sehnsucht
plaudern, Paleiko erzählend
von neuen Traumesreisen.

Stein um Bein erwarte ich
vergebens den nächsten Schlag,
wie wohl mir ist,

Written by pillenknick in: [ˈlyːrɪk], fanum | Schlagworte: , , , , , ,
Nov
16
2009
1

1546

sprossenbewohntes Bett
gleitet unter meinen Füßen fort
von frisch verpflanztem Herzgrund.
Kirschkuss bleibt daheim und
ich mit ihm und wir beiden
fahren auch gen Fort.
Frau Sehnsucht sitzt im Glaswachshaus,
sieht wie die Welt dazwischen wächst
erfreut an ihrem Werk
und doch voll Reue,
denn sie tat, was sie muss.
Nicht, weil sie will.
Ihr Tee aus Buttermondens Saft,
schon bald ist er versalzen.

Written by pillenknick in: [ˈlyːrɪk], fanum | Schlagworte: , , , , ,
Aug
14
2009
0

kirmesgeheul

Buttermond im Wolkenmeer, sein
Vorhof zur Hölle glimmt fahl.

Wo einst die Äcker standen, wo
zweifelnde Versuchung wild neben
suchender Verzweiflung auf Herzgrund blühte,
feiert man nun Kirchweihfest.

Frau Sehnsucht schlurft die Gassen ab, im Arm
die Katze des Quantenmagiers, Frau Schrödinger
genannt, sie
schlurft und guckt und riecht und krault
das Tier, nie wissend, wo
es ist.

In bunter Lichterluft flirren Lampen wie
Fackeln wie Feuerwerk wie Blendgranaten,
gebrannte Mandeln stechen wie Fritten, Fisch und Frikadellen schal
zithernd in die Nase, kein Tee
aus Buttermondens Tränen, nur
eisig kalter Wintertag in kirmesheil’ger Sommernacht.

Frau Schrödinger heult den Feuervogel an, dann
ist sie weg, mit ihm.

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Nov
24
2008
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welch trost

ich grüße euch, ihr verlornen seelen,
auf zimtkrümeligen pfaden schleicht ihr durch meinen nebel.
vorbei an frau sehnsuchts glaswachshaus, auf dessen tisch
in einer tasse tee die farben tanzen
stolpert ihr über
gedankenwurzeln in brennenden moorboden gewachsen.

ich grüße euch, ihr verlornen seelen,
der eiswind macht euch frösteln und
vertreibt doch die fahlen schwaden nicht.
der buttermond schläft bei den sternen im blutigen schnee.

ich grüße euch, ihr verlornen seelen,
ich bin der november,
ich habe mich gestochen an euren sehnsüchtigen dornen,
ich werde bluten bis der dezember kommt
und dort auf euch warten.

eine reaktion auf einer nacht gewesenes atmen.

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