Jul
08
2009
2

sometimes …

… I really hate the öffentlicher Personennahverkehr (kurz: ÖPNV; verständlich: Bus und Bahn). Da lebt man schon in einer Region, die immer als Metropole anerkannt werden will - und dann merkt man an den kleinen Dingen, dass es mit Metropole noch nicht so weit her ist.

Da war man lustig Wörter auf die Uni am Kreiden (oder so, jedenfalls ist an der Uni Duisburg-Essen derzeit Wahlsession; StuPa und Senat werden gewählt und die grüne Hochschulegruppe hat, da noch viel zu jung, kaum etwas machen können, weswegen man letztlich kreidete) und fuhr zurück, kommt um 1.01 Uhr in Wanne am Hauptbahnhof an - um festzustellen, dass nix mehr geht. Klarer Fall von Sackgasse. Der letzte Bus nach Herne fuhr um kurz nach Mitternacht, der letzte Bus, der mich gen Bett gebracht hätte, sogar ne Stunde eher - und die Bahn fährt auch nicht mehr.

Unter der Woche zwischen Mitternacht und vier Uhr ist ganz Herne vom Rest der Welt abgekoppelt. Klingt doof, ist aber so. Wer den Begriff “Kirchturmdenken” geprägt hat, muss im Ruhrgebiet gewesen sein. Fünf Millionen Menschen auf einem Haufen und spätestens um Mitternacht kocht jeder in seinem Sud. Und da ist Herne noch richtig gut dran, damit, dass der Betriebsschluss erst kurz nach Mitternacht ist.

Jedenfalls stand ich also um kurz nach Eins am Wanner Hauptbahnhof, quatschte und jammerte noch ein wenig und machte mich dann gegen Viertel nach auf den Weg.
Und jetzt bin ich daheim. Okay, ich hab schon ne Kleinigkeit gegessen, ich hab mir zur Freude des Ankommens ein Schlückchen Wein gegönnt und danach ne Flasche Apfelschorle geköpft. Aber die von @pattimaus prognostizierten neunzig Minuten hab ich dann doch gebraucht.

Aber wehe, ich werde nachher um halb Acht geweckt. Wer auch immer es sein wird - es gibt Schläge! (möge es nur der Wecker sein)
Und gezz: ab in die Heia.

Jun
22
2009
3

#Zensursula, die Pozilei und ein #Fail

Dafür, dass wir keine CD und keinen Flyer verteilt haben und niemanden zensieren konnten, haben wir aber ein schönes Medienecho verursacht. Aber von vorne.

Es fing schon ungut an: wir beiden (Patti und meine Wenigkeit) kamen zu spät zum Treffen für die Aktion gegen Frau Von der Leyen, weil wir zu lange die Materialien gebastelt hatten. Vor Ort war es dann auch schön, wir wurden in’s Zelt eingeladen, standen aber lieber zusammen mit einigen wenigen, die davon im Internet erfahren hatten, ein wenig im Schatten, um Zensursula zu sehen. Wollten, wenn sie kommt, uns Schilder um den Hals hängen, CDs mit freier Musik verteilen und Flyer unter’s Volk bringen, damit es mehr erfährt, als die Printmedien zu berichten wagen.

Als ihr Wagen einfuhr, kam ich gerade mal dazu, das Schild umzuhängen und die Tröte zu zücken, da wurden wir schon von Polizei und einem zirkuseigenen Ordner (oder welche Funktion er auch immer hatte) auf Aufforderung eines der Organisatoren des Circus des Platzes verwiesen. Patti (wohl noch der Unauffälligste mit seinem Zensursula-T-Shirt) kam dennoch zu Zensursula und rezitierte Artikel 5 GG, um ihn anschließend zu streichen.

Über der Verhalten der Polizei schrob Susanne schon genug, was die Ruhrbarone netterweise veröffentlichten, dem will ich nix hinzufügen, dazu dann noch Taners Bericht, der uns knapp verpasst hatte - ohne Worte.

Zum Bericht, der morgen in der WAZ zu lesen sein wird: Ein nettes Stimmungsgemälde - mehr nicht. Dafür brauche ich keine Zeitung, das kann die PR-Stelle des Ministeriums besser. Keine Recherche über den Protest - und dann noch gezielte Verdummung “Kritik am gerade verabschiedeten Gesetz gegen Kinderpornografie”. Weder gibt es “Kinderpornografie”, noch ein “Gesetz gegen Kinderpornografie” - aber das wüsste man, wenn man sich informiert hätte. Ich leg’ euch daher nur meinen letzten Artikel und die damit verbundenen Links an’s Herz: das ist ein guter Einstieg in die Thematik.

Eines noch zum Schluss: dass der Circus Schnick-Schnack (dessen Patin übrigens die für das “Zugangserschwerungsgesetz” gestimmt habende CDUlerin Ingrid Fischbach ist) um den Artikel 5 GG trauert, find’ ich gut - warum aber braucht es dazu erst eines “Zwischenfalls”? Vorhin, als ich den vorigen Artikel verfasste, war von Trauer noch nichts zu sehen.

Hier das bisherige Echo in der Übersicht:

Jun
22
2009
3

#Zensursula in #Herne

Man mag es nicht glauben, aber es ist wahr: Zensursula kommt heute nach Herne, will sich den Circus Schnick-Schnack anschauen, einen kleinen, aber feinen Mitmachzirkus, bei dem Kinder und Jugendliche die Hauptakteure sind. Grund ihres Besuchs: der Zirkus ist ein sogenanntes “Mehrgenerationenhaus”.

Was leider gar nicht geht: Der Bundestag hat am 18.06. mit Stimmen von CDU, CSU und SPD ein “Zugangserschwerungsgesetz” beschlossen, mit dem - löbliches Ziel - der Kindesmissbrauch verringert bis beendet werden soll und auch nicht mehr im Internet zu sehen sein soll. Dafür sind die im Gesetz genannten Maßnahmen aber nicht geeignet, im Gegenteil: Seiten mit “Kinderpornos” (welch missbräuchlicher Begriff,denn es ist Kindesmissbrauch und kein Porno!) werden vor denen, die zu faul oder zu doof sind, die Sperren zu umgehen, versteckt - man stellt einen Paravent vor das Feuer, anstatt zu löschen oder die Feuerwehr zu rufen! Denn die Erfahrung aus anderen Ländern mit solchen Sperrlisten zeigt: Sobald die Seite erst einmal auf dem Index ist, ist die Arbeit der Behörden beendet. Auch wenn Zensursula Von der Leyen Gegenteiliges behauptet, wird damit keinem Kind geholfen.

Dabei wäre es so einfach, die Banken praktizieren es seit Jahren erfolgreich: Eine böse Mail an den Internetanbieter, der den Webspace zur Verfügung gestellt hat, und binnen weniger Stunden ist der illegale Inhalt weg. Gelöscht!

Wer mehr über das Gesetz und die Sperren wissen möchte, dem empfehle ich de-zensiert und die grandiose Linksammlung beim Hugelgupf.

WIE AUCH IMMER: Heute um 17.30 wird Ursula Von der Leyen beim Circus Schnick-Schnack erwartet und die hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Fischbach wird auch da sein. Die Gelegenheit kann man sich eigentlich nicht entgehen lassen, deswegen hier ein kleiner (und auch etwas später) Aufruf:

Kommt heute um 17 Uhr zur Bushaltestelle Roonstraße Gewerbegebiet (ab Herne Bahnhof mit dem 333 Richtung Ilseder Straße, hält an Bussteig 7, sind nur zwei Stationen), hängt euch Pappen oder Ähnliches um den Hals, auf dem zensurwürdige Dinge stehen (meinetwegen Schwulenpornos, Krimis, Autorennspiele, whatever) und lasst euch von uns zensieren! Um 17 Uhr an der Haltestelle können wir dann erstmal schauen, wieviele überhaupt gekommen sind und ein Zeichen vereinbaren, auf das die Aktion beginnt.

Wär echt toll, wenn viele Leute kommen, wir verteilen CDs mit CC-lizenzierter Musik und kurze Infoflyer (PDF).

Bis nachher,
Dogma & Patrick

Mär
16
2009
5

#projekt52 - 07. monster unter’m bett

Monsterdimensionen

Monsterdimensionen

Dieses Thema war mein Schicksal. Ich sah es, dachte, Nett!, und versagte. Kapitaler Fail - mein Kopf war leer.

Ich habe keine Monster unter’m Bett., dachte ich. Selbst die ersten Assoziationen brachten mich nicht weiter, da waren einfach keine Monster, die mich aufschrecken, aufwachen oder wach bleiben ließen. Und so lähmte mich dieses Thema und verhinderte infolge der zur ausufernden Kreativblockade angewachsenen SchreiBlockade mir auch nur annähernd zusagende Ideen zu den nachfolgenden Themen. Immerhin: gestern habe ich dann eine meine ersten Ideen zum Thema aufgegriffen, denn - und da bin ich mir jetzt sicher - es liegt doch ein Monster unter’m Bett, wenn auch keines der üblichen Verdächtigen.

Es ist ein Puzzle. Grob geschätzt (ich finde die Verpackung nimmer) fünftausend Teile, das Motiv ist ein aus noch mehr Fotografien zusammen gesetzter Weißkopfseeadler, Beschäftigungstherapie für mehrere Wochen und Ursache mehrerer Nervenzusammenbrüche. Das allein unter meinem Bett ist aber wenig monsterhaft - und sieht zudem eher bescheiden aus. Insofern war ich froh, dass es in der letzten Woche einen wunderbaren Sonnenuntergang gab und ich dabei ein weiteres Monster im Abendrot fotografierte - das hiesige Kohlekraftwerk, immerhin mit Kraft-Wärme-Kopplung - aber eben Kohle. … Zu Zeiten des Bergbaus konnte man ja nicht einmal seine weiße Wäsche zum Trocknen nach draußen hängen, es sei denn, sie sollten grau sein.

Genug der Vorrede, hier meine Monster unter’m Bett.

Mär
14
2009
3

WENN FRAU SOMMER KOMMT,

Im Laufe der kommenden Woche wird an dieser Stelle eine Erklärung zu finden sein, warum der ursprüngliche Text auf dieser Seite nicht mehr zu finden ist.

Mehr Details folgen dann.

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