Jul
08
2009
2

sometimes …

… I really hate the öffentlicher Personennahverkehr (kurz: ÖPNV; verständlich: Bus und Bahn). Da lebt man schon in einer Region, die immer als Metropole anerkannt werden will - und dann merkt man an den kleinen Dingen, dass es mit Metropole noch nicht so weit her ist.

Da war man lustig Wörter auf die Uni am Kreiden (oder so, jedenfalls ist an der Uni Duisburg-Essen derzeit Wahlsession; StuPa und Senat werden gewählt und die grüne Hochschulegruppe hat, da noch viel zu jung, kaum etwas machen können, weswegen man letztlich kreidete) und fuhr zurück, kommt um 1.01 Uhr in Wanne am Hauptbahnhof an - um festzustellen, dass nix mehr geht. Klarer Fall von Sackgasse. Der letzte Bus nach Herne fuhr um kurz nach Mitternacht, der letzte Bus, der mich gen Bett gebracht hätte, sogar ne Stunde eher - und die Bahn fährt auch nicht mehr.

Unter der Woche zwischen Mitternacht und vier Uhr ist ganz Herne vom Rest der Welt abgekoppelt. Klingt doof, ist aber so. Wer den Begriff “Kirchturmdenken” geprägt hat, muss im Ruhrgebiet gewesen sein. Fünf Millionen Menschen auf einem Haufen und spätestens um Mitternacht kocht jeder in seinem Sud. Und da ist Herne noch richtig gut dran, damit, dass der Betriebsschluss erst kurz nach Mitternacht ist.

Jedenfalls stand ich also um kurz nach Eins am Wanner Hauptbahnhof, quatschte und jammerte noch ein wenig und machte mich dann gegen Viertel nach auf den Weg.
Und jetzt bin ich daheim. Okay, ich hab schon ne Kleinigkeit gegessen, ich hab mir zur Freude des Ankommens ein Schlückchen Wein gegönnt und danach ne Flasche Apfelschorle geköpft. Aber die von @pattimaus prognostizierten neunzig Minuten hab ich dann doch gebraucht.

Aber wehe, ich werde nachher um halb Acht geweckt. Wer auch immer es sein wird - es gibt Schläge! (möge es nur der Wecker sein)
Und gezz: ab in die Heia.

Dez
07
2008
1

the raven and the swan

im wachsblutenden glimmen der niederkunft
setzt sich der nächtige rabe
auf meinen arm.

seine geschärften klauen
entreißen mich der zeit,
wintersonnenwende
ist jetzt und überall, ich
opf’re mein zimtenes
blut, die krallen umspülend rauben
sie dem hirschgekrönten feuervogel den halt,
er erbleicht und flattert empor,
zerfällt zu asche und erstehtaus ihr, schwimmt strahlend weiß und majestätisch hinfort.

ich opf’re mein zimtenes blut, banne
die kinder der zeit bis
ins nächste jahr und sinke
in des nachtmahrs kalten schlummer.

so merke ich nicht, wie
frau sehnsucht mir
durch’s haar streicht und zu ihrer tochter betet.

von fern schellt der winter
sein unrhythmisches lied,
nimmt die wachsüberströmten zweige
und entflieht in die nacht.

in gedanken an frau*seltsam, veljans und josh woodwards gleichnamiges lied.

Nov
24
2008
0

welch trost

ich grüße euch, ihr verlornen seelen,
auf zimtkrümeligen pfaden schleicht ihr durch meinen nebel.
vorbei an frau sehnsuchts glaswachshaus, auf dessen tisch
in einer tasse tee die farben tanzen
stolpert ihr über
gedankenwurzeln in brennenden moorboden gewachsen.

ich grüße euch, ihr verlornen seelen,
der eiswind macht euch frösteln und
vertreibt doch die fahlen schwaden nicht.
der buttermond schläft bei den sternen im blutigen schnee.

ich grüße euch, ihr verlornen seelen,
ich bin der november,
ich habe mich gestochen an euren sehnsüchtigen dornen,
ich werde bluten bis der dezember kommt
und dort auf euch warten.

eine reaktion auf einer nacht gewesenes atmen.

Okt
06
2008
1

sechs uhr vierundfünfzig

schöne uhrzeit, sarrichma. da geht nämmich mein bus. der bringt mich zur bahn. die bringt mich zum bus. und der bringt mich zur haltestelle. die bringt mich - HALT! von da an brauch ich meine füße. DIE bringen mich dann zur uni.

merke: nachher beginnt die o-woche - wofür auch immer das o stehen wird, offiziell soll es ja “orientierung” bezeichnen, aber da habe ich noch zweifel. und ab dann bin ich praktizierende studentin.

in diesem sinne wünsch ich eine geruhsame nacht und hör mir nikolaus bruhns kantate “ich liege und schlafe” an. … ob funeralmessen so das richtige sind?

salü und bis die tage,

dogMA

Written by pillenknick in: [gəˈlaːbɐ], pro-fanum | Schlagworte: , , , , , ,
Sep
01
2008
0

buttermond im wolkenmeer,

frau sehnsucht weint gläserne tränen,
sie sitzt im glaswachshaus
bei fremdem kaffee und heimischen keksen.

frau sehnsuchts tränen
ein heißer regen fällt vom himmel,
ein wolkenbruch über mir im glaswachshaus, es schwindet,
ihr kaffee dampft und blubbert im gedenken,
raucht und verbrennt nur beim gedanken

frau sehnsucht weint den kaffee nass,
ich will und muss ihn trinken.

mich dürstet …

(c) dogMA, 280808. notizbucheintrag vom donnschtig der europareise, irgendwo kurz hinter amstetten und vor dem einschlafen, man flüstert schwyzerdeutsche liebesschwüre von fuß zu mund.

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