Dez
07
2008
1

the raven and the swan

im wachsblutenden glimmen der niederkunft
setzt sich der nächtige rabe
auf meinen arm.

seine geschärften klauen
entreißen mich der zeit,
wintersonnenwende
ist jetzt und überall, ich
opf’re mein zimtenes
blut, die krallen umspülend rauben
sie dem hirschgekrönten feuervogel den halt,
er erbleicht und flattert empor,
zerfällt zu asche und erstehtaus ihr, schwimmt strahlend weiß und majestätisch hinfort.

ich opf’re mein zimtenes blut, banne
die kinder der zeit bis
ins nächste jahr und sinke
in des nachtmahrs kalten schlummer.

so merke ich nicht, wie
frau sehnsucht mir
durch’s haar streicht und zu ihrer tochter betet.

von fern schellt der winter
sein unrhythmisches lied,
nimmt die wachsüberströmten zweige
und entflieht in die nacht.

in gedanken an frau*seltsam, veljans und josh woodwards gleichnamiges lied.

Nov
20
2008
1

ich trinke

ich trinke vom zimtenen blut.

inmitten der novembrigen kummerschwaden
ruht ein irdenes grab, geronnene,
verrottete erinnerungen füllen es auf.

frau sehnsucht trägt ihr graues kleid,
im saume wächst ein blatt
ich trinke vom zimtenen blut der dornenden christknospe,
ich klamm’re mich in den wallenden
saum, der mir entflieht
und mich auf dem grabe warten lässt.

kommt mir vor wie eine unbewusste reaktion auf Miss*Ps zehnten versuch einer momentaufnahme.

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